Juni 2007

Eine rauschende Ballnacht bei Waldorf-Ex

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... wird es wohl erst in einigen Jahren geben; ein kleines aber feines Pfingsttreffen gelang dem Verein ehemaliger SchülerInnen der Freien Waldorfschule Trier aber wie in den vergangenen Jahren auch im Jahr 2007. Zu verdanken war dies dem beherzten Einsatz des neuen Vereinsvorsitzenden Christian Mancke (Abschlussjahrgang 1991) und dem ausdauernden Engagement der Gründungsväter der Pfingsttreffen und Waldorf-Ex-Urgesteine, Stefan und Bernd Pfannkuchen (Abschlussjahrgang 1994 und Abi-Jahrgang 1996). Letzterer hat sich durch den ansprechenden und nutzerfreundlichen Relaunch der Vereins-Website wohl endgültig einen Ehrenplatz in den Annalen von Waldorf-Ex verdient. Für alle Ehemaligen der Trierer Waldorfschule gilt deshalb mehr denn je: ein Besuch auf unserer Hompage lohnt sich! Und, ob interessierter Ehemaliger, ambitioniertes Vereinsneumitglied oder stille Beobachterin der Waldorf-Ex-Szene: Tragt euch mit euren Kontaktdaten in das entsprechende Formular auf der Homepage ein oder aktualisiert eure Daten, dann werdet ihr über alle weiteren Aktivitäten des Vereins informiert, selbstverständlich ohne jede Verpflichtung und ohne Spam-Risiken.

Diejenigen, die sich zum diesjährigen Pfingsttreffen im Schulgarten einfanden, konnten neben einer Besichtigung diverser von Dynamik und Aufbruch kündender Schulbaustellen, einem von Klimawandel oder einfach nur schlechtem Wetter kündenden Wolkenbruch und einem - hoffentlich erfolgreichen - Wiederbelebungsversuch des darbenden Ehemaligenvereins einen unterhaltsamen und anregenden Abend bei Schwenkbraten, Salat und Brauereierzeugnissen genießen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde zu Beginn („mein Gott, waren die nicht gestern noch im Kindergarten?“) führte Hans Wunsch, der dem Verein dankenswerterweise die Verbindung zur Schule ermöglicht, staunende Ehemalige zu diversen Neu- und Anbauprojekten, die nun auch baulich den Aufbruch der Schule ins Zeitalter der Ganztagsschule dokumentieren. Nicht verschwiegen wurden dabei allerdings die altbekannte notorische Finanzknappheit der Schule und der offensichtlicher werdende Sanierungsstau am nunmehr bald 25 Jahre alten Schulgebäude. Natürlich wurde von den Ehemaligen auch das Fehlen des Festsaals wieder einmal mehr schmunzelnd als kritisch registriert ...

Die anschließende Gesprächsrunde zum Zustand und zur Zukunft des Ehemaligenvereins offenbarte schonungslos, woran es der Ehemaligeninitiative mangelt: an Ehemaligen mit Initiative! Wie von Beginn an lastet die Arbeit auf den Schultern Weniger, deren intrinsische Motivation in der Vergangenheit merklich durch extrinsische Demotivationsfaktoren geschmälert wurde: erfolgreichen Pfingsttreffen folgten meist wenig Unterstützung, inaktive Unterstützer und mäßiges Interesse vieler Ehemaliger.

Davon konnte bei den in diesem Jahr anwesenden Ex-Waldörflern allerdings nicht die Rede sein. Einhellig wurde die „Institution“ Pfingsttreffen gelobt und ihre Fortführung auch in den kommenden Jahren gewünscht. Ob der auch vom diesjährigen Treffen wieder ausgehende Elan diesmal tatsächlich tragen wird, wird sich zeigen; der neue Vorstand um den Vorsitzenden Christian Mancke gab sich jedenfalls ebenso optimistisch (Jochen Stopper, Abi-Jahrgang 1993) wie realistisch (Stefan Pfannkuchen).

Eigentlich sprechen die Ziele des Vereins und die durchweg gelungenen Pfingsttreffen für sich: Wiedersehen mit ehemaligen Klassenkameradinnen und –kameraden (und auch mit einigen Lehrern: Frau Krämer, Herr Krämer, Herr Wunsch, schön dass Sie da waren), Austausch über Erfahrungen in und nach der Waldorfschulzeit, Kennenlernen unterschiedlicher Lebens- und Berufswege von Waldorfschülern und Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen und Problemen der Trierer Waldorfschule.
Dabei ist Waldorf-Ex kein Waldorf-Fanclub, betont Christian Mancke, sondern durchaus auch Plattform für kritische Rückblicke und Austausch von negativen Erfahrungen. Damit sind insbesondere diejenigen Ehemaligen angesprochen, die sich vielleicht aus Unzufriedenheit mit ihrer Schullaufbahn bisher noch nicht zu einer Teilnahme an den Ehemaligentreffen entschließen konnten.

Die TeilnehmerInnen des 2007er Treffens jedenfalls ließen sich ihre gute Laune auch von einem heftigen Wolkenbruch und nachfolgendem Dauerregen nicht verderben. Von Alterspräsidentin Andrea Welter (Abschlussjahrgang 1990, Schreinermeisterin und heute selbst Waldorfmutter) bis Lea Gudrich (Abi-Jahrgang 2006, Kunststudentin in Frankreich und Nesthäkchen des diesjährigen Treffens) fand sich ein munteres Häuflein Ehemaliger ein, von denen nicht wenige ein Wiedersehen mit Weggefährten des eigenen Jahrgangs feiern konnten. Ob Neulinge wie Andrea Balthasar (Abi-Jahrgang 1998, Ärztin in Maastricht und ebenso angehende Fachärztin für Anästhesie wie angehende Ehefrau), die zum ersten Mal zum Pfingsttreffen kam und ihre ehemalige Klassenkameradin Anne Streicher traf, oder alte Hasen, wie die Mitglieder des Pfannkuchen-Clans, der durch Zahl, Kontinuität und Engagement sicherlich als Rückgrat der Ehemaligentreffen bezeichnet werden kann (neben Stefan in diesem Jahr wieder dabei: Ralf, Abi-Jahrgang 2000 und Monika, Abi-Jahrgang 2002), niemand schien die Anreise zum Ehemaligentreffen bereut zu haben. Zahlenmäßig am besten vertreten waren die Mitglieder des Abschlussjahrgangs 2000 bzw. Abi-Jahrgangs 2001. Eine wohl noch unvollständige Zählung ergab die stolze Zahl von sechs Ehemaligen dieses Jahrgangs (Mike Stumps, Jonathan Streicher, Cathrin Dahm, Denise Kadner, Rouven Krell, Sarah Hammacher).

Negativ auffallen musste im Vergleich zu dieser Bilanz natürlich die Ausbeute der „Pionierjahrgänge“ der Schule. Für die Abschlussjahrgänge 1990 (Andrea Welter), 1991 (Christian Mancke), 1992 (Jochen Stopper) und 1993 (niemand) kann es bei diesen Zahlen in Zukunft wohl nur bergauf gehen!
Ob Waldorf-Ex dann irgendwann die von Alexandra Wunsch (Abi-Jahrgang 1995, selbständige Logopädin am Bodensee) ins Visier genommenen Dimensionen der Ehemaligentreffen auf Schloss Salem erreichen wird, mag man auch nach einigen Fläschlein Gerstensaft noch bezweifeln dürfen, doch gilt auch hier: Nur anspruchsvolle Ziele fordern zu Höchstleistungen heraus. Ihre ehemalige Klassenkameradin Juliane Dany (Konrektorin der Krankenhausschule in Tübingen) jedenfalls will auch in Zukunft an Pfingsten nach Trier kommen. Auch Sabine Welter (Abi-Jahrgang 1997), Hanna Tiator, Eva Kuhn (Abi-Jahrgang 2002), Philipp Lorig (Abi-Jahrgang 2000) und Julia Kluth (Abschluss-Jahrgang 1996 und sichtlich glückliche Mutter eines 10 Tage alten Säuglings) schienen den Vereinszielen und zukünftigen Pfingsttreffen nicht abgeneigt. Bei Max Melsheimer (Abi-Jahrgang 1996 und Pilot bei der Lufthansa), Waldorf-Ex’ler der ersten Stunde und langjähriger Vorsitzender des Vereins, steht die Zwischenlandung beim Ehemaligentreffen ohnehin schon immer fest auf dem Plan.

Wie soll es mit dem Verein und seinen Aktivitäten in Zukunft also weitergehen?

Zunächst einmal hofft er auf rege Anmeldung neuer Mitglieder und Registrierung interessierter Ehemaliger über die Vereins-Homepage www.waldorf-ex.de. Nützlich könnten hierfür auch die Kontaktmöglichkeiten der Internet-Plattform StayFriends sein, auf der offensichtlich viele Ehemalige registriert sind, die bisher noch keine Verbindung zu Waldorf-Ex aufgenommen haben. Je mehr Mitglieder der Verein hat und je mehr ehemalige Waldorfschüler sich über Waldorf-Ex vernetzen und zu den Pfingsttreffen kommen, desto attraktiver werden Verein, Homepage und Ehemaligentreffen und „desto vielfältiger kann der Nutzen für die/den Einzelne/n sein“ (vgl. Ziele des Vereins auf der Homepage)!

Neben den Pfingsttreffen soll in Zukunft auch der Adventsbasar als Treffpunkt für die ehemaligen SchülerInnen der Schule und als Informations- und Anlaufstelle von Waldorf-Ex etabliert werden. In einem von Schülern betriebenen Ehemaligen-Café soll den Ehemaligen eine Anlaufstelle für spontane oder vorher beispielsweise über die Homepage verabredete Treffen geboten werden. Langfristig – und an dieser Stelle wird es visionär, wenn nicht sogar illusionär – könnte Waldorf-Ex mit Pfingsttreffen und Ehemaligen-Café zu einem attraktiven, weit gespannten Netzwerk werden, von dessen Kontaktmöglichkeiten, Informations- und Erfahrungsaustausch nicht nur die Ehemaligen, sondern sicherlich auch die jeweiligen SchülerInnen, deren Eltern und das Kollegium der Freien Waldorfschule Trier profitieren könnten.

Jochen Stopper